April 4, 2025

6 thoughts on “Arbeitsalltag…

  1. Untersuche doch Mal die versteckte Arbeitslosigkeit in der früheren DDR. Dort war es oft so, wie oben beschrieben. Immerhin hatte jeder seinen Arbeitsplatz und ein Mindesteinkommen, plus Wohnung und billiges Essen. Die, die hart arbeiteten mussten, haben die anderen gewähren lassen und musste lediglich darauf achten, dass diese nicht geschadet haben. Keine so schlechter Lebensqualität für alle.
    In den Großbetrieben und bei den Beamten läuft es heute in Deutschland oft nicht anders. Auch das habe ich hautnah erlebt.

    Untersuche dann, was nach 1990 in den Neuen Ländern Deutschland geschah, und was jetzt psychologisch und menschlich gesehen im Osten Deutschlands los ist. Ob diese Erfahrung für Uganda anwendbar ist, kann ich nicht beurteilen.
    In der früheren DDR war auch nicht alles schlecht. Und in Deutschland ist heute auch nicht alles gut.

    Uganda ist bestimmt ein schönes Land.

  2. Grundsatzlich habe ich nichts gegen Arbeitsbeschaffungsmassnahmen mit dem Ziel von Vollbeschaeftigung einzuwenden, und immerhin hatte in der DDR jeder seinen Arbeitsplatz und ein Mindesteinkommen, aber hier sind es keine 5% der Bevoelkerung und weder diese 5% und erst recht nicht die verbleibenden 95% haben m.E. eine Change gegen die Macht der internationalen Entwicklungsdienste.

    Der Gedanke, die Erfahrungen der DDR (wie auch der Wiedervereinigung) im Zusammenhang mit Entwicklungsdienst zu untersuchen, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich werde darueber mal gruendlich nachdenken und vielleicht etwas mehr dazu schreiben.

  3. Ich bin gespannt auf Ihren Aufsatz über Selbstzensur. Vielleicht schicken Sie ihn mir direkt: vseitz@gmx.de
    Den Artikel „Arbeitsalltag“ fand ich sehr gut, auch weil ich vieles von dem was Sie sagen auch so erlebt habe.
    Ich habe gerade unseren Koordinator Kurt Gerhardt vom Bonner-Aufruf.eu angeschrieben. Ich möchte wissen, ob Sie eventuell mit Pseudonym sich auf unserer Meinungsseite zu Wort melden können. Ich fände dies sehr bereichernd. Einige Ihrer Kollegen, die bei uns unterschreiben wollten und noch aktiv sind haben wir -zu ihrem eigenen Schutz-gebeten dies nicht zu tun.
    Kennen Sie mein Buch? Wenn ja was meinen Sie dazu?
    Herzliche Grüße aus Six Fours
    Ihr Volker Seitz

  4. Ich habe Ihr Buch leider noch nicht gelesen, aber ich werde es sicherlich tun, sobald ich es in meine Haende bekomme. Ihren Bonner Aufruf kenne ich… Vom Grundsatz her unterstuetze ich den Aufruf, irgendetwas muss geschehen!

    Lassen Sie uns hier diskutieren, das belebt meinen Blog und gibt auch anderen die Moeglichkeit, mitzudiskutieren und mitzudenken; private Emails erreichen das nicht.

  5. Wir geben seit 50 Jahren Entwicklungshilfe unter der Voraussetzung, dass es Hilfe zur Selbsthilfe wird.. Aber es war schon damals der Beginn einer dauerhaften Abhängigkeit von ausländischem Beistand. Wir waren alle passionierte Träumer, die sich eine gute und gerechte Welt ausgemalt haben und den Weg dorthin genau kannten. Nicht erst heute sind wir verstört, weil wir die Realität erlebt haben.
    Vielleicht sollten wir nur noch Hilfe in unverschuldeten Notlagen geben.Wenn nach einer Katastrophe alles zusammenbricht wie jetzt in Haiti, sind Nahrungsmittelhilfen kurzfristig berechtigt und notwendig. Jede andere Hilfe könnte -als Pilotprojekt- nur noch als Kredit, wie bei Yunus, ausprobiert werden,aber auch mit höheren Summen als Risikokapital. Wir machen immer noch zuviel selbst.Wir sollten nur e i g e n e Projekte der Afrikaner unterstützen.
    Und wenn es so läuft wie Sie schreiben sollte ihre Organisation klare Ziele in bestimmten Zeitabständen setzen und sich dann auch wirklich bei Nichterfüllung zurückziehen. Es gibt genügend Beispiele in Asien aber auch in Afrika (Ruanda, Botswana), dass die Menschen nicht von unserer Hilfe abhängig sein wollen.
    Das Problem ist allerdings, dass die Geber Schlange stehen, um helfen zu dürfen. Wußten Sie, dass in Äthiopien allein dreißig Länder Hilfe leisten.

    1. Dass Geldgeber Schlange stehen, ist mir bekannt. Das ist total krank! Es gibt auch eine enorme Konkurrenz zwischen den Geberlaendern, um die ‚besten‘ Projekte. Ich hatte dazu in meinem Artikel Was entwickelt Entwicklungshilfe? geschrieben.
      In Uganda haben wir ueber 850 Geberorganisation von wahrscheinlich jedem „entwickelten“ Land der Welt. Ich muss die Laender mal nachzaehlen.

      Ich hatte meiner Organisation letztes Jahr vorgeschlagen, sich aus dem Projekt herauszuziehen und es gab daraufhin intensive ‚Pruefungen‘ – aber der Mittelabflussdruck hat dann wohl letztendlich dazu gefuehrt, dass das Projekt im Portfolio geblieben ist.

      Das Problem ist wohl, wenn dieses Projekt rausfliegt, muss irgendetwas anderes rein, sonst gibt’s Krach aus Deutschland, wenn die Budgets nicht ausgegeben werden – und das Projekt ist nicht ganz winzig, da laesst sich nicht auf die Schnelle ein anderes foerderungsfaehiges Projekt als Ersatzprojekt finden. Wir ziehen uns langsam raus, aber es wird noch drei Jahre dauern (statt uns wird dann hier wohl irgendein anderes Land sein Glueck versuchen).

      Es ist aber nicht das einzige Projekt, welches uns Kopfschmerzen macht und Fragen der Fortfuehrung aufwirft; aber wir koennen uns doch nicht aus 50% unserer Projekte rausziehen. Was dann? Bei all den auslaendischen Geldgebern, die Schlange stehen und dem Druck aus Deutschland, die Gelder vernuenftig auszugeben?

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